Nachbetrachtung zum 10.Oktober 2020  im 100. Jubiläumsjahr !

Am 8.Oktober gab es eine sehr schöne und würdige Feier am Grab von Ludwig Hüllgerth in Rottenstein. Die Zeit des Freiheitskampfes und der Volksabstimmung wurde von den Schulkindern sehr gut dargestellt. Es wurde sowohl von den Schulkindern wie auch von den Rednern die Rolle der WINDISCHEN in dieser schweren Zeit erwähnt.

Genauso waren die Feiern bei der Grabstätte von Dr. Arthur Lemisch in Dreifaltigkeit wie auch beim Grab von Dr. Wutte in Obermühlbach, zwar in etwas kleineren Rahmen, aber würdig und feierlich gestaltet. Wir waren mit einer kleinen Abordnung dabei.  

Im Gegensatz dazu die offiziellen Feiern im Landhaushof und Wappensaal: Ich habe mir diese Feiern in der Videothek angesehen und musste feststellen:

Erstens waren die Besucher außer den in der Öffentlichkeit verantwortlichen Personen und Bediensteten kaum einer in der Landestracht, d.h. keine Traditionsvereine oder sonstige aus der Kärntner Bevölkerung. Die Feier war eine einzige Huldigung der Slowenen (man spricht heute von slowenischsprachigen, damit es besser ausschaut; aber wie viele waren 1920 wirklich der slowenischen Sprache mächtig?)

Die Windischen, die den Hauptteil am Erfolg des Abwehrkampfes und an der Volksabstimmung haben, kommen nicht vor.

Nach 100 Jahren ist es den Slowenen gelungen, nachdem sie fast jedes Jahr immer wieder auf die Abschaffung der Feiern zum 10. Ort gedrängt haben, diesen großen Feiertag Kärntens zu einem Fest der Slowenen umzukehren.

Und trotzdem was bringt es für einen Erfolg des Zusammenlebens?

Am 10. Oktober gab es in Klagenfurt einen Aufmarsch von einer großen Menge Jugendlicher, zum Teil vermummt, die für was auch immer demonstrierten, und in weiterer Folge werden Gedächtnisstätten beschmiert, wie im Landhaushof und das erst kürzlich eingeweihte Jubiläumsdenkmal in Sittersdorf .

Wenn sich die Politiker mit nur einem Satz begnügen diese Schmieraktionen zu verurteilen, dann ist das sicher zu wenig!

Ist das unsere Zukunft und die so viel strapazierte Gemeinsamkeit??

Aufgefallen ist, dass der Herr Bundespräsident Van der Bellen sich krampfhaft bemühte, zwei Sätze in slowenischer Sprache zu sprechen und sich bei den Slowenen entschuldigte--für was?

Präsident Pahor dagegen fand es nicht der Mühe wert, ein paar Worte in deutscher Sprache zu verlieren, obwohl er als Gast in unserem Land war; aber vielleicht wollte er nur nicht? Mag sein, dass er davon ausgegangen ist, dass in Kärnten sowieso jeder perfekt slowenisch spricht. Er sprach auch davon, dass seine Mutter im Grenzgebiet zu Italien gelebt hatte und sie mehrsprachig aufgewachsen waren.

Die Feiern in ganz Kärnten sind trotz Corona in kleiner aber in sehr schöner und würdiger Form abgehalten worden. Siehe auch unsere Berichte auf der Homepage.

 

Oswald Oman, Obmann der Kärntner Windischen